payday loans
payday loans

Nahrungs- und Lebensmitteln

Der Ernährungswissenschaftler Professor Kollath hat den berühmten Satz geprägt: Es gibt Nahrungsmittel und Lebensmittel. Diese Differenzierung überrascht zunächst; doch bei näherer Betrachtung leuchtet sie ein. Denn nicht alles, was uns nährt, ist auch lebendig. Nehmen Sie zum Beispiel das Getreidekorn. Das volle Korn besteht aus dem Mehlkern, der Kleie und der Schale mit dem Keim. Derade in der Randschicht des Korns finden sich die wertvollen Vitamine, besonders das B-Vitamin Aneruin, auch Nervenvitamin genannt, ferner Mineralstoffe wie Kalium, Phosphor, Eisen, Schwefel. Beraubt man nun das Korn dieser Vitalstoffe durch Ausmahlen und Bleichen, bleibt von seiner lebendigen Einheit nur noch das leere Kohlenhydrat übrig. Diese leeren Kohlenhydrate sind es, die dick machen, weil der Körper sie nicht völlig verbrennen kann und sie deshalb als Fett auf den bekannten Stellen deponiert. Das Kohlenhydrat in seiner Ganzheit dagegen wird vom Körper restlos in Glykogen umgewandelt, lagert sich also nicht als Fett ab. Welch wunderbare Lebenskraft im vollen Korn steckt, beweisen die Grabfunde in den Pyramiden. Man entdeckte dort Körner, die ihre Keimfähigkeit über Jahrtausende bewahrt hatten.

Ein anderes Beispiel für das Degradieren eines Lebens-zu einem bloßen Nahrungsmittel, bietet der Zucker. Gegen das Zuckerrohr und gegen die Zuckerrübe in ihrer Ganzheit wäre nicht einzuwenden, denn sie liefern selbst die Vitamine und Minerale mit, die der Körper zu ihrer Verarbeitung benötigt. Anders ist es beim handelsüblichen Kristallzucker; fein und weiß, enthält dieser reine Zucker weder Vitamine noch Minerale. Der Körper muß also in diesem Fall körpereigene Vitamine und Mineral mobilisieren. Und das tut er, indem er sie dem Knochengerüst «entreißt». Denn unser Knochengerüst hat nicht nur eine Stützfunktion, es ist zugleich auch Vitamin- und Mineraldepot. Man kann sich vorstellen, welchen Raubbau es bedeutet, wenn dieses Reservedepot ständig ausgeplündert wird. Daher besteht ein inniger Zusammehang zwischen dem Genuß von raffiniertem Zucker und Knochenschäden. Womit sollen wir denn nun süßen? Am besten ist Honig. Wo der Honiggeschmack stört, verwende ich Fruchtzucker. Der ist zwar etwas teurer, dafür ist seine Süßkraft aber stärker.

Ein ähnliches Schicksal wie dem Getreidekorn und der Zuckerrübe lassen wir dem Reis widerfahren. Während der Hauptteil der asiatischen Bevölkerung den Reis in seiner Naturform verzehrt und damit eine ausreichende Ernährungsgrundlage hat, genießen wir ihn poliert und ohne seine Randschicht als fast wertlosen  Kohlenhydratspender. Man könnte dauernd den Kopf schütteln, wenn man sich klarmacht, was der Mensch, ein intelligentes Wesen, tut, um alles Lebendige und Natürliche – und damit auch sich selbst – zu vernichten. Ohne Bedenken verbleibt er sich sogar Gifte in Form von Konservierungsmitteln und Farbstoffen ein. Selbstverständlich ist das Konservierungsmittel unumgänglich. Obwohl jede Konservierungsform einen Verlust an lebenswichtigen Stoffen bedeutet, sind die alten Verfahren immer noch die besten: Trocknen, Einsalzen, Einzuckern ( Fruchtzucker, naturbelassener Zucker ), und das Milchsäuregärungsverfahren ( beim Sauerkraut). Von den modernen sind das Hitzeverfahren, wie Pasteurisieren und Sterilisieren, und das Einfrieren akzeptabel.

Der Verzehr von chemisch konservierten Eßwaren dagegen ist auf die Dauer gesundheitsschädlich. Noch fragwürdiger ist der chemische Farbstoff, der diesen im allgemeinen zugesetzt ist. Er dient ausschließlich der optischen Verschönerung der Ware und ist deshalb durchaus überflüssig. Offiziel gelten die chemischen Farbstoffe zwar noch als harmlos. Daß sie es nicht immer sind, wurde zumindest in einem Fall klar. Der Nobelpreisträger Butenandt wieß nach, daß der Farbstoff Buttergelb, der lange Zeit zum Färben der Butter verwendet wurde, krebsfördernd wirkte. Daraufhin wurde das Buttergelb verboten. Es ist aber wahrscheinlich, daß andere Farbstoffe, deren Schädlichkeit nur noch im Handel befinden. Eine verantwortungslose Nahrungsmittelindustrie tut das ihre, die unwissende Hausfrau besorgt den Rest. Was die eine zu zerstören nicht geschafft hat, vollendet die andere, indem sie, was noch am Leben ist, zu tode kocht, bis auch hier nur noch ein «Nahrungsmittel» übrigbleibt.

Als wichtiger Bestandteil unserer «Lebensmittel» seien jetzt die Fette erwähnt. In ihrer ureigensten Form bieten sie sich uns in Nüssen, Oliven und den Samen der Ölfrüchte ( Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne etc. ) an. Natürlich können wir unseren Fettbedarf schlecht allein mit Nüssen und Kürbiskernen decken, aber die aus diesen Früchten und Samen gepreßten Öle sind tatsächlich wieder am zuträglichsten. Und zwar sollten sie möglichst kaltgepreßt sein. Bei den «normalen» handelsüblichen Ölen wird nämlich durch Hitzeeinwirkung ein Teil wichtiger Vitalstoffe zerstört, die aber für ein reibungsloses Funktionieren des Stoffwechsels erforderlich sind. Alle Pflanzenöle enthalten die sogenannten essentiellen Fettsäuren, die der Organismus unbedingt benötigt, die er aber nicht selbst aufbauen kann. Essentielle Fettsäuren kommen auch im Distelöl vor, in Sojaöl und Maiskeimöl, in Pflanzenmagarienen und Diätspeisefetten, bedingt auch in der Butter, als eizigem Vertreter der tierischen Schlachtfette dagegen ( Schmalz und Talg ) weisen nur gesättigte Fettsäuren auf. Sie sind nicht nur schwer verdaulich, sondern erhöhen auch noch den Cholesterienspiegel. Im Prinzipmläßt sich die moderne Ernährungslehre also auf einen einfachen Nenner bringen: Unser Speisezettel sollte nur naturbelassenene «Lebensmittel» kennen.

Und dazu gehören natürlich auch die Kräuter, die leider in vielen Küchen stiefmütterlich behandelt werden. Wenn Sie die kleine Kräuterkunde am Schluß des Buches gelesen und diese herrlichen Kräuter ausprobiert haben, sind auch Sie – ein Kräuterfan. Ich möchte Sie noch auf drei Dinge aufmerksam machen, die in meinen Rezepten immer wieder vorkommen und die Sie vielleicht nicht nicht kennen. Da ist zunächst der Obstessig mit seinem hohen Kaliumgehalt, Frugola, ein würziger Gemüseextrakt, den ich überall da verwende, wo sonst Fleischbrühe genommen wird. Und schließlich ein Kräutersalz, das der geniale Ernährungswissenschaftler Eduard A. Brecht kreiert hat. Es ist ein besonders ausgewogenes Salz mit hohem Gehalt an Kalium, Calzium und Magnesium. Diese drei Zutaten – und noch andere in meinen Rezepten erwähnten – erhalten Sie in Reformhäusern sowie in den Reformabteilungen der Kaufhäuser. Alle Rezepte sind, wenn nicht anders angegeben, für vier Personen berechnet. Gehen wir jetzt gemeinsam in die Küche, essen wir uns Gesundheit und gute Laune an! Sie werden weniger Zeit am Herd verbringen und dabei noch Geld sparen und Ihren Gaumen auf eine neue Art betören. Denn Essen muß Spaß machen!

Auch kochen muss Spaß machen und deshalb sollten Sie auch darauf achten, dass Sie über eine Abzugshaube verfügen um unangenehme Gerüche, die beim kochen entstehen können, wie beispielsweise das anbrennen der Milch, den gar ausmachen zu können. Bei Einbauküchen sind solche Dunstabzugshauben oder Abzugshauben allgemein schon mit dabei. Also viel Spaß beim kochen !